Kontext- und Dekontextualisierung von Sounds

18 Schüler*innen der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe

Dauer: 12 Stunden

2018

Ein Workshop in Kooperation zwischen der Muthesius Kunsthochschule Kiel, der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe und Heiko Wommelsdorf.

In diesem Workshop wurden Schülerinnen und Schüler zum Hören und bewussten Wahrnehmen von Klängen und Geräuschen ihrer alltäglichen Umgebung herausgefordert. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen visueller und sonorischer Erscheinung thematisch. In einer abschließenden Präsentation in der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe wurde mit ausgewählten Geräuschen und Objekten neuartige Situationen in einer Installation gestaltet und präsentiert.

Wo befindet sich das Arbeitsmaterial?
– das dumpfe Glucksen der Heizung
– das rhythmische Brummen der Lüftungsanlage
– das hohe Surren der Leuchtstoffröhren
– das prägnante Rascheln einer Jacke
– das melodische Gezwitscher der Vögel vor dem Fenster
Die Schülerinnen und Schüler wurden auf die uns alltäglich umgebenden Geräusche aufmerksam gemacht. Diese Beobachtungen waren die Grundlage für das gestalterische Arbeit mit Sounds.

Wie lässt sich Arbeitsmaterial gestalten?
Ausgehend von ihren bisherigen Erfahrungen und reflektierten Beobachtungen sollten die Teilnehmer*innen ein einzelnes Geräusch aus der Schulumgebung fokussieren.
Diese Geräusche wurden gezeichnet und anschließend mit MP3-Playern mit Aufnahmefunktion aufgenommen. Ist eine Geräuschdatei angefertigt, wird mit der eigentlichen künstlerischen Gestaltung begonnen. Ziel war, das dokumentierte Geräusch aus seinem bisherigen Zusammenhang herauszulösen und durch minimale Verschiebungen zu Dekontextualisieren. Ähnlich wie im Sounddesign sollten die Audioaufnahmen durch visuelle Setzungen verändert werden. Jeder Sound und jedes Objekt lassen sich in einen Kontext einbetten, der unmittelbar Einfluss auf die Bedeutung nimmt.

Vom Geräusch zur Klanginstallation
– das Geschrei einer Schülerin verbindet sich mit dem Pfeifen einer Teekanne;
– Schritte auf einer Treppe werden visuell einem Herzschlag gleichgestellt;
– eine Fahradklingel ertönt aus einer Tuba und setzt so materielle Paralelen;
– kratzende Geräusche dringen aus einer Snare-Drum zu uns;
– Aufnahmen eines Treppengeländers werden mit einem gepflochtenen Korb oder einer Ratsche visuell Verbunden;
– das Zerblatzen von Luftpolsterfolie und das Schnarren eines Lineals werden im Raum neu positioniert und kreativ in die Ohren der Besulenkt.