3 Teilnehmer*innen zwischen 15 und 25 Jahren
Dauer: 10 Stunden
2018
Ein Workshop in Kooperation zwischen dem Museumsberg Flensburg, Studio 15 / 25, der Kunsstiftung HSH Nordbank und Heiko Wommelsdorf.








1.Tag: Nach einer Einführung in den Bereich Klangkunst mit vielen Beispielen und Ratespielen zum Thema Kontextverrückung in der akustischen Wahrnehmung wurde die erste Aufgabe formuliert. Ausgestattet mit einem Lochstreifen und einem speziellen Locher, durfte jeder Teilnehmer eine eigene Komposition erstellen, die unmittelbar im Anschluss durch eine Spieluhr wiedergegeben wurde. Anschließend wurde mit mehreren Lautsprechern experimentiert, die sich lediglich auf und ab bewegt haben. Es wurde nach Materialien gesucht, um aus diesen „stummen“ Lautsprechern eine „hörbare“ Klanginstallation zu entwerfen.
2.Tag: Ausgestattet mit einem Audioaufnahmegerät wurden Aufnahmen in und am Museum gemacht, welche in ein Hörstück zusammengeschnitten wurden. Mit einem sich drehenden Miniaturmotor wurde ein Objekt erstellt, welches mit unterschiedlichen Materialien eine Art selbstpielendes Instrument darstellte.
Verschiedene Geräuschquellen können aufgespürt und mit Adjektiven charakterisiert werden, wie z.B.: das dumpfe Glucksen der Heizung, das rhythmische Brummen der Lüftungsanlage, das hohe Surren der Leuchtstoffröhren, das prägnante Rascheln einer Jacke, das melodische Gezwitscher der Vögel vor dem Fenster, das intensive Rauschen des
Beamers. Die Teilnehmer*innen werden so auf die uns alltäglich umgebenden Geräusche aufmerksam gemacht. Diese Beobachtungen bilden die Grundlage für die gestalterische Arbeit mit Sounds. Anschließend Arbeiten die Judendlichen gemeinsam an einer Klanginstallation. Mit
Motoren, Audioaufnahmen, Spieluhrkompositionen und verschiedene sich bewegende Materialien wird gemeinsam experimentiert.
„Es gibt immer etwas zu hören!“ – „Ich liebe es, wenn es raschelt!“ Wenn junge Lernende ihr Gehör bewusst nutzen und sich intensiv mit Klang beschäftigen, eröffnet sich ihnen eine neue Welt. Sie werden zu aktiven Zuhörern, Sammlerinnen, Archivaren und Erfinderinnen. Klang und Geräusche befähigen sie zum Perspektivwechsel vom Weg- und Überhören zum bewussten Hin-Hören, zum Anders-Hören-Lernen. Dieses Neu-Hören
erbringt ein neues Gefühl von sich in der Welt, von sich genau an diesem Ort: Den musealen Raum als Klangraum begreifen, den Klang der Schritte der Anderen kennen, die eigenen Geräusche merken, die Orte durch ihre Geräusche bestimmen, Atmosphären wahrnehmen und Hörerfahrungen als angenehm, betörend oder Nerv-tötend beschreiben, Materialien auf ihre Klangqualität prüfen – kurz: zu beginnen, mit den Ohren zu denken. Bereits im Mutterleib nehmen wir die Umgebung durch Klänge, Stimmen und Töne wahr. Durch die zunehmend visuell geprägte Umwelt wird jedoch die akustische Wahrnehmung im Alltag oft vernachlässigt. In den auf dieser Seite vorgestellten Workshops werden die Teilnehmer zum leisen Hören und Lauschen auf die Klänge unserer Umgebung und zum Innehalten herausgefordert.