Wie klingen Bilder?

12 Schüler*innen der 7. Klasse der Realschule Dornum

Dauer: 4 Stunden

2020

Ein Workshop in Kooperation zwischen dem Kunst- und Kulturfreunde Dornum und Umgebung e.V., der Realschule Dornum und Heiko Wommelsdorf im Rahmen der Kunsttage 2020.

Realschüler produzieren Klangkunst im Workshop mit Heiko Wommelsdorf
Es war keine einfache Aufgabe für die Schüler der 7a der Realschule Dornum: Wie klingen diese Bilder? Welche Klänge und Geräusche passen? Und wie lässt sich daraus dann ein schlüssiges Klangstück zusammenschneiden? Es waren die Bilder der kommenden Dornumer Kunsttage, die als Audruck an der Tafel befestigt waren. Noch im Format A3 auf Papier, werden sie im Sommer als Original in der Ausstellung hängen. Für die Besucher der Kunsttage sollen die Klangstücke dann auf Audioguides abrufbar sein, als zusätzlicher aukustischer Kommentar zu den Bildern.
Soweit das ferne Ziel. Bis dahin ist es noch etwas Zeit, und für die Schüler der 7a noch eine Menge Arbeit. Zunächst muss das Bild genau betrachtet und analysiert werden. „Es gilt genau hinzuschauen und hinzuhören“, ermutigt der Hamburger Klangkünstler Heiko Wommelsdorf die Schüler. Er war auf Einladung des Dornumer Kunst- und Kulturvereins in die Realschule gekommen. Welche Eigenschaften passen? Klar oder verschwommen, hell oder dunkel, sind die Farben glänzend, stumpf, matt oder rau, und sind überhaupt Farben vorhanden? Gibt es Schattierungen, gibt es klare Linien? Welche Stimmung vermittelt das Bild? All diese Beobachtungen und Überlegungen werden sorgfältig in eine Tabelle übertragen. Dann geht es auf die Suche nach passenden Geräuschen. Das kann sehr vielfältig sein, es kann das Rascheln von Laub oder das Klackern eines Gegenstandes an der Heizung sein, oder auch das Rauschen des Lautsprechers in der Klasse. 
Auf der Suche nach passenden Geräuschen und Klängen streifen die Schüler mit ihren Digitalrecordern durch die Schule, untersuchen Gegenstände im Musikraum, in der Bücherei oder auf dem Schulhof auf ihre Klangeigenschaften. Anschließend geht es an den Audioschnitt am PC, denn die akustischen Fundstücke müssen noch zu einer Komposition zusammengefügt werden. Hier kann Heiko Wommelsdorf gute Hinweise geben, denn das Timing muss stimmen in einer Klangkomposition. Manchmal muss nachgearbeitet werden, da die Aufnahme nicht gut geworden ist. Auch im Vorfeld hat Wommelsdorf die Schüler aufgefordert, ihre Auswahl und ihre Vorhaben immer wieder genau zu begründen und zu beschreiben. „Es lohnt sich, zu Anfang genau zu planen und die Praxis gründlich zu reflektieren, um ein gutes Ergebnis zu erzielen“, erläutert Wommelsdorf. 
Em Ende des Projekttages sind die bisherigen Ergebnisse bereits sehr hörenswert und zeigen, dass sich diese Sorgfalt gelohnt hat. Die Endergebnisse der Schüler sind dann im Sommer 2020 auf den Dornumer Kunsttagen zu hören. Sie sind dann neben den herkömmlichen Bilderklärungen auf den Audioguide-Geräten abrufbar, die den Besuchern zur Verfügung stehen. Das Projekt „Hör mal Kunst“, zu dem auch dieser Workshop gehört, wurde mit dem Förderpreis Musikvermittlung 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und Musikland Niedersachsen ausgezeichnet. Das Projekt ist eine Kooperation des Kunst- und Kulturvereins Dornum und Umgebung e.V. mit der Realschule Dornum.