Klanginstallation: „So klingt die Hanseschule Oedeme“

23 Schüler*innen der 7. Klasse der Hanseschule Oedeme, Lüneburg

Dauer: 7,5 Stunden

2016

Ein Workshop in Kooperation zwischen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, dem Musikland Niedersachsen, der Hanseschule Oedeme, Lüneburg und Heiko Wommelsdorf im Rahmen des Projektes „Zeitgenössische Musik in der Schule“.

Aus dem Einkaufswagen schnarrt es, und hinter dem Schrank raschelt irgendetwas. Oder rauscht es? Gar nicht so leicht, ein Geräusch zu beschreiben, wenn man es nicht kennt. Sich auf Klänge einzulassen, selbst welche zu produzieren und in einem Parcours dramaturgisch geschickt anzuordnen: Das haben Siebtklässler an der Hanseschule Oedeme bei dem Projekt „Zeitgenössische Musik in der Schule“ der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Kooperation mit der Sparkasse Lüneburg gemacht.

Wir haben mit Blättern geraschelt und gegen eine Stange oder einen Mülleimer getreten“, erzählt Laura, 13. Das Lieblingsgeräusch des gleichaltrigen Anwar war, mit einem Stein auf einem steinernen Untergrund zu malen. Unter der Anleitung ihrer Musiklehrerin Bettina Küntzel und dem Hamburger Klangkünstler Heiko Wommelsdorf nahmen sie und ihre Mitschüler Geräusche per MP3-Player auf, bearbeiteten sie am Computer und spielten sie anschließend an unterschiedlichen Orten ab – im dunklen Keller ihrer Schule, sehr duster und ein wenig unheimlich.

Das war die Idee der Schüler“, erzählt Heiko Wommelsdorf, „sie haben sich bei der Art der Installation für eine Art Gruselkabinett entschieden.“ Der studierte Medienkünstler hat mit 23 Kindern des Wahlfachs Musik fünf Tage lang gearbeitet. Als Erstes sind die Mädchen und Jungen auf Geräusche-Suche in ihrer Schule gegangen. Dann haben sie überlegt, mit welchem Symbol das jeweilige Geräusch symbolisiert werden kann. Zweiter Durchgang war das Beschreiben von Notenblättern mit Wörtern. „Die Buchstaben haben wir auf Lochstreifen-Papier umgesetzt und anschließend auf einer Spieluhr abgespielt“, erzählt der Künstler. „Dabei haben die Schülerinnen und Schüler erlebt, dass sich im Prinzip alles vertonen lässt.“

Höhepunkt des Projekts war schließlich der Geräusche-Parcours im Keller. Den haben nicht nur die Kinder und ihre Mitschüler erlaufen und dabei erlebt, wie Geräusche die Wahrnehmung verändern, sondern auch zwei Gäste: Projektleiterin Thelke Fiebrandt von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und Udo Olesch von der Sparkasse Lüneburg. Udo Olesch hat die begehbare Installation an eine Geisterbahn erinnert. „Wirklich kreativ“, befand der Leiter der benachbarten Filiale. „Es ist ja wichtig, mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen. Toll, wie kreativ die jungen Leute hier mit Geräuschen gearbeitet und sich dabei Technik zu Hilfe genommen haben, anstatt sich von den Geräten eher ablenken zu lassen.“

Thelke Fiebrandt erläuterte beim Ortsbesuch das Konzept, das hinter dem Oedemer Projekt steht. „Wir versuchen, Kinder für Töne, Klang und Musik zu sensibilisieren. Das reicht vom instrumentalen Musizieren bis zur Geräuschmusik wie hier, wo es in erster Linie darum geht, zu hören und Klangquellen ausfindig zu machen.“ Alle zwei Jahre bietet die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Kooperation mit der Musikland Niedersachsen gGmbH das Projekt an, für das sich alle Schulen von der Förderschule bis zum Gymnasium bewerben können. In diesem Jahr zählte wiederholt die Hanseschule Oedeme dazu – als eine von acht Schulen in Niedersachsen.

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